Die Gründung

Gründer

Am 28.02.1928 versammelten sich 18 Bürger der Gemeinde Groß Klessow, in der Gaststätte Richter um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Diese Gründung wurde damals vom Vertreter der Feuersozietät, Herrn Sagner, angeregt. In vielen umliegenden Orten gab es schon vor 1928 Freiwillige Feuerwehren.

In Groß Klessow war zwar eine Handdruckspritze und ein Gerätehaus schon vorhanden, aber es war bis zu jener Gründung, die Pflicht eines jeden Wehrpflichtigen und jedes männlichen Bürgers, bei Ausbruch eines Brandes an der Brandbekämpfung teilzunehmen.

Die Alarmierung dieser Pflichtfeuerwehr geschah durch den Nachtwächter, der dafür ein Feuerhorn besaß. Die erste Wehrleitung bestand aus Oscar Trobur als Oberführer, Gustav Koalik als Stellvertreter und Willhelm Kratz als Kassierer und Schriftführer.

Technischer Aufbruch

Im Jahre 1929 erhielten wir dann unsere erste Motorspritze von Köbe aus Luckenwalde. Die ersten Maschinisten jener Zeit waren Willhelm Schubert und Herbert Koalik.

Nach der Anschaffung der Motorspritze wurde das Anlegen von Wasserentnahmestellen zur nächsten wichtigen Aufgabe. Diese wurde im Jahre 1930 durch die Errichtung von drei Flachspiegelbrunnen in Angriff genommen.

Im Jahre 1933 wurde der Kamerad Herbert Koalik als Wehrleiter eingesetzt.

Die frühen Jahre

Ab 1935 nahmen die Kameraden erstmals an Vergleichen zwischen den damaligen Amtsbereichen teil. Diese wurden in den meisten Fällen auf dem Sportplatz der Gemeinde Zerkwitz durchgeführt. Wichtige Bestandteile dieser Vergleiche waren damals das Fußexerzieren und die Vollständigkeit der Uniform. In den Jahren des zweiten Weltkrieges wurde durch das Regime die Pflichtfeuerwehr angeordnet. In dieser Zeit wurde Kamerad Oscar Trobur wieder zum Wehrführer berufen. Im Herbst 1945 wurde dann wieder die freiwillige Feuerwehr Groß Klessow aktiviert. Dadurch war die Sicherstellung des Brandschutzes im Dorf wiederhergestellt. Nun übernahm auch wieder Kamerad Herbert Koalik die Wehrleitung. Nach dem Krieg wurden auch die Feuerwehrvergnügen gleich wieder durchgeführt. Der erste Feuerwehrball fand im Februar 1946 statt. Bei dieser Feier kam es allerdings gleich zu einer weniger schönen Begebenheit. Alle Kameraden die in Uniform erschienen waren, wurden an diesem Abend von den Russen verhaftet. In den folgenden Jahren wurde der Feuerwehrball regelmäßig im Januar oder im Februar durchgeführt und die Arbeit der Feuerwehr nahm wieder geregelte Bahnen an. 1954 übernahm dann der Kamerad Adolf Koal die Wehleitung. Im selben Jahr bekam die Feuerwehr eine neue Motorspritze vom Typ TS4. Nur wenige Jahre später, ca. 1958, bekamen wir dann auch einen neuen TSA (Tragkraftspritzenanhänger), der mit einer Motorspritze der Bauart TS8, ausgerüstet war. Ende der fünfziger Anfang der sechziger Jahre kam es in unserer Gemeinde zu einigen Bränden, deren Ursache nie wirklich, aufgeklärt wurde. Da waren unter anderem 1954 der Scheunenbrand bei Familie Koalik (heute Familie Jurisch). Bei diesem Einsatz wurden uns die Schläuche durchgeschnitten. Später der Hausbrand bei Familie Mlosch (heute Familie Wiedewild) der durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde. Nicht zu vergessen 1958 der Scheunenbrand bei Familie Neumann (heute Familie Duschka / Sündermann) und der Hausbrand bei Familie Lehmann (heute Familie Nitschke) in Redlitz. Nebenher gab es eigentlich ständig Brände von Heu- und Strohschobern, sowie Reisighaufen. Es brannte auch häufig zu Feierlichkeiten der Feuerwehr. Unter der Leitung des Kameraden Herbert Koalik und seinem Stellvertreter Paul Lehmann entwickelte sich die Feuerwehr stetig weiter. Dies belegen auch die ständig wachsenden Mitgliedszahlen.

Das Braunkohle-Kraftwerk Lübbenau und seine Folgen

1958 wurde auf dem Gelände der Gemeinde Groß Klessow ein Braunkohle- Kraftwerk gebaut. Dadurch wurde der Grundwasserspiegel abgesenkt was zur Folge hatte, dass die Flachspiegelbrunnen kein Wasser mehr führten.

Daraufhin wurde von 1959 bis 1960 der Bau einer Trinkwasserversorgung für unserer Gemeinde angegangen. In gleichem Zusammenhang wurde auch ein Netz von Hydranten gesetzt.

Durch den Bergbau wurde dann von 1960 bis 1964 der Bau einer Zisterne durchgeführt um die Löschwasserversorgung im Dorf entgültig sicherzustellen.

1963 gab Kamerad Herbert Koalik die Leitung der Wehr an den Kameraden Bernd Lehnigk ab. Unter der Leitung von Kamerad Bernd Lehnigk wurde die Feuerwehr weiter durch viele Junge Kameraden verstärkt. Auch in den folgenden Jahren kam es noch zu einigen Bränden sodaß die Feuerwehr häufig im Einsatz war.

Die Frauen- und Nachwuchsarbeit

1968 kam es in der Feuerwehr Groß Klessow zur Bildung einer Frauenlöschgruppe. Seitdem verstärkte die Kameradin Hertha Mückai die Wehrleitung. Unter der Leitung des neuen Stellvertreters, des Kameraden Alfred Harting, der die Ausbildung der Frauengruppe übernahm, entwickelten sich unsere Frauen zu vollwertigen Feuerwehrfrauen. Dies bewiesen sie dann auch unzählige Male bei den Wehrbereichsauscheiden und auch später bei der Überprüfung durch den Rat des Kreises.

Der Vorteil der Frauen war, dass viele von ihnen zu Hause waren oder in der Spreewaldperle arbeiteten. Dadurch war in Groß Klessow eine durchgehende Betreuung des Gerätehauses gewährleistet.

Im Jahre 1972 wurde dann die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgemeinschaft existierte bis 1980/81, danach wurden fast alle Mitglieder in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen.

1981 errang die Feuerwehr Groß Klessow zum ersten Mal den Titel „Vorbildliche Feuerwehr“ und konnte ihn in den folgenden Jahren noch zwei Mal verteidigen.

Die moderne Feuerwehr in Groß Klessow

Durch den Erhalt eines neuen TSA erneuerte sich unsere Technik 1983 etwas.

Der Ausbildungsstand der Wehr war gut, dies bewiesen auch Kontrollen durch den Rat des Kreises, sowie der Wehrbereichsleitung zur Winterfestmachung.

Zu dieser Zeit zeichnete der Kamerad Orsin für den hervorragenden und immer einsatzbereiten Zustand der Technik verantwortlich.

1984 gab der Kamerad Bernd Lehnigk die Leitung der Wehr ab. Als neuer Wehrleiter wurde damals der Kamerad Klaus Harting eingesetzt, Kamerad Bernd Lehnigk verblieb als Stellvertreter weiter in der Wehrleitung.

Wie auch in den Vorjahren wurde die Teilnahme an den Wehrbereichsausscheiden durch mehrere Gruppen abgesichert. Auch die Zusammenarbeit mit der Spreewaldperle war zu dieser Zeit hervorragend. Dies ging von Freistellungen bis hin zum Stellen von Fahrzeugen.